BASTIAN VÖLLER
Familienvater und Freier Architekt
Mein Name ist Bastian Völler, ich bin 44 Jahre alt, Vater einer eigenen Tochter und zweier Söhne aus der ersten Ehe meiner Partnerin, mit der ich mein zweites, unser dann viertes oder erstes gemeinsames Kind im Januar 2020 bekommen durfte. Ich habe Architektur und Stadtplanung an den Universitäten in Stuttgart und Helsinki studiert. Das Studium der Architektur war mein unbedingter Wunsch; und schon vor der Wahl des Ausbildungsplatzes zum Bauzeichner in Offenbacher Büro NMA getroffen worden. Das ich jedoch einmal selbstständig arbeiten würde; mein eigenes Büro führen könnte... das hätte ich nie für möglich gehalten und war tatsächlich ausserhalb meiner Vorstellungskraft. Doch ein heute möglicher, abgerückt entfernter Blick in meinen Lebenslauf lässt vermuten, dass ich nicht verstanden habe, was ich da unwissentlich von langer Hand aus subtil vorbereitet habe:
Tatsächlich war ich ein mittelmäßiger Schüler, habe die 7. Klasse wiederholt, war gut im Mathe-Grundkurs und mochte Kunst. Habe mit 15 angefangen Geld zu verdienen, erst als Zeitungsbote, später als Freier Mitarbeiter von drei Tageszeitungen; habe mit 16 die Sommerferien beim Dachdecker durchgearbeitet, mit 17 wieder, hatte immer einen wöchentlichen Nebenjob und habe dann mit 20 in der Schule nur noch für meine Hochschulreife gearbeitet. Die Ausbildungsstelle war mir schon in der 11. Klasse sicher; das Abitur also ein notwendiges Muss; das Mittel zum Zweck für das Architekturstudium.
Tatsächlich zeichne ich in erster Linie unglaublich gerne, gestalte Räume für Menschen und habe mich schon früh von den großen Architekturen, die letztendlich nur Produktionen, anonyme Büros zur Verwaltung und Verkaufsstandorte beherbergen verabschiedet. Hingegen wollte ich gerne Menschen beherbergen und Ihnen helfen sich in ihren vier Wänden wohl zu fühlen. Diesem Wunsch folge ich seit Abschluss meiner Ausbildung in einem großen Büro mit Wolkenkratzern, Hotels, Bürokomplexen sowie Krankenhäuser im Portfolio. Ich habe mich früh für Wohnungsbau entschieden, bleibe dabei und bereue diese Entscheidung nicht an einem Tag!
Mein Studium war eine reiche und unverwechselbar freie Zeit, die in niemals missen möchte. Durch meine Ausbildung und auch durch die „Leere“ in der Lehre habe ich schon im ersten Semester nebenher wieder im Architekturbüro gearbeitet. Im dritten Semester hatte ich Projektleitungen bis zur Ausführungsplanung inne und war ein geschätzter und intensiv arbeitender Mitstreiter im Büro meines Chefs. Mit Abschluss des Vordiploms habe ich entschieden neue Büros zu erkunden, habe Luxusvillen gestaltet, habe für Menschen mit Demenz gearbeitet, habe für einfache Büros in Finnland gearbeitet und viel, viel viel gesehen und gelernt. Mit Beginn meines Hauptstudium habe ich mir nur noch einen einzigen, aber vollen Tag Studium erlaubt und vier Arbeitstage genossen. Ich arbeite bis heute sehr gern und wahrscheinlich auch viel; brauchte noch nie viel Zeit zum Schlafen; trinke nicht zu viel Alkohol und habe trotzdem die Zeit außerhalb des Hörsaals umfangreich genossen...
Im Jahr 2007 habe ich versucht durch mein Auslandsjahr meiner Motivation eine Bremse zu verpassen. Die Sprachbarrieren sollten mich vor dem allzu schnellen Wiedereinstieg in den nächsten Job bewahren. Der Workaholic in mir, war bekannt und sollte in Finnland vorerst auf Eis gelegt werden, was rund 9 Monate lang erfolgreich glückte; Leerlauf, Ruhe und viel Sport haben dazu geführt, mich selbst und allein unbeeindruckt von äußeren Einflüssen unbehelligt kennenzulernen. Ich halte meinen Aufenthalt in Helsinki für meine fruchtbarste Zeit und schließlich auch die Grundlage für meine Ambitionen mich so selbstständig in Architektur und Denkmalpflege zu engagieren. Die freie Zeit und der Leerlauf haben gut getan und gleichzeitig meine Sinne für den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben geschärft. Finnland ist der Ursprung für meine Motivation eigene Wege zu gehen, meiner Kreativität zu vertrauen und mit ihr meine Gestaltung von Lebensräumen aufzunehmen. In jedem Entwurf steckt ein bisschen Finnland: die Bäume, tief stehende Sonne; es entsteht Schatten und eine Wärme in klirrender Kälte. Finnland lebt seine Tradition die sich selbst in modernen Gebäuden widerspiegelt, denn ohne Anfang kein Ende und damit keine Gegenwart. Bauen ist mehr als vier Mauern mit einem Dach; wer das nicht glaubt, der war noch nicht in einem Gebäude von Alvar Aalto….
Zurück in Deutschland habe ich aufgrund meiner Zeit in Finnland fortan versucht diese Tradition bei uns zu finden, was mich in alle Baugeschichte-Vorlesungen getrieben hat bis es keine mehr gab. Ich habe nicht für meinen Studienabschluss gearbeitet sondern für mein Studium und unterscheide seitdem sehr kritisch zwischen Studenten und Studenten. Tatsächlich hätte ich hinsichtlich meiner besuchten Seminare meinen Abschluss zweimal machen können, trotzdem ich nur einen Tag pro Woche an der Uni war. Ich habe 40 Stunden die Woche in Büros gearbeitet. Den gestressten Studenten kenne ich nur vom Vorbeigehen an ihm; auf dem Weg zum nächsten Seminar... Der gestresste Student steht meist vor dem Unigebäude, raucht und hält einen frischen Latte macchiato in den Händen bis er trinkbar ist. Ich trinke ausschließlich Espresso doppio…
Begonnen mit meiner nicht selbst, aber dennoch realisierten Diplomarbeit im baden-württembergischen Metzingen bin ich nun auf der Suche nach Tradition und Moderne im Spagat zwischen Denkmalschutz und modernen Wohnbedürfnissen. Ich habe keine klare und abgeschlossene Gestaltungssprache außer der Tradition, der ich mich verpflichtet zeige; entwerfe ansonsten aus einem städtebaulichen Kontext heraus Kubaturen und Dachlinien, will nicht auffallen sondern integrieren; eine Selbstverständlichkeit schaffen, die fast unsichtbar scheint. Weiter liegt mir die Natur als wichtiges Element im Leben der Menschheit am Herzen, bin wenig technikverliebt und lese Licht am Schattenwurf von Bäumen, Blättern, Sprossen und Fensterläden; sie machen das Licht erst sichtbar. Tatsächlich ziehe ich in jedes meiner Objekte selbst ein. Ich arbeite nicht für das Geld, sondern für meine Arbeit und für meine Auftraggeber. Wegen meiner Gesinnung müssen diese schon etwas mit mir anfangen können und meine Werte als auch Ihre Werte verstehen können. Das hat wenig mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun; jedoch mit richtig oder falsch. Ich will gerne etwas richtig machen…
LEBENSLAUF
seit 2010
BÜROINHABER
Büro für Architektur und Denkmalpfelge, Büdingen
2015 - 2018
FACHBERATER DER UNTEREN DENKMALSCHUTZBEHÖRDE
Magistrat der Stadt Hanau, Hanau
2016
LEHRBEAUFTRAGTER
Hochschule RheinMain, Wiesbaden,
2004-2010
ARCHITEKTURSTUDIUM
Universität Stuttgart, Fakultät für Architektur und Stadtplanung
TKK Helsinki, Fakultät für Architektur und Stadtplanung
2002 - 2010
FREIE MITARBEIT IN VERSCHIEDENEN ARCHITEKTURBÜROS
Hanau, Offenbach, Wiesbaden, Stuttgart, Espoo, Helsinki
2003 - 2004
FREIWILLIGES JAHR IN DER DENKMALPFLEGE
Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden
2001-2003
BAUZEICHNERAUSBILDUNG
Novotny Mähner Assoziierte, Offenbach
2000-2004
FREIER MITARBEITER VERSCHIEDENER TAGESZEITUNGEN
Offenbach, Hanau, Gelnhausen, Maintal
2001
ALLGEMEINE HOCHSCHULREIFE
Kreuzburg Gymnasium, Großkrotzenburg
seit 1996
ERWERBSTÄTIG MIT VERSCHIEDENEN NEBENJOBS